Gleichstellungsbeauftragte

Zur Zeit übernehmen die zentralen Gleichstellungsbeauftragten der Trägerhochschulen jeweils die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten für die Fakultät:

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU)
Birgit Hendrischke (Kontaktinformationen)

Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB)
Dr. Benigna Brandt (Kontaktinformationen)

Universität Potsdam (UP)
Christina Wolff (Kontaktinformationen)

Der Anteil an Frauen unter den Studierenden ist mittlerweile bei ca. 50 % und ist in einigen Fächern sogar deutlich höher. Zu diesen Fächern zählen auch die Medizin und die Gesundheitswissenschaften. Trotz vielfältiger Bemühungen ist allerdings der Anteil an Frauen unter den ProfessorInnen insgesamt immer noch bei rund 24%, in der Medizin ist er sogar noch niedriger.

Aus: „Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung“ der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz GWK, 22. Fortschreibung des Datenmaterials (2016/2017) zu Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen.

 

Der Anteil an Professorinnen an der UP liegt etwas über dem Bundesdurchschnitt, bei ca. 29%. Die Zahlen generell haben sich in den letzten Jahren verbessert, aber immer noch verlassen überproportional viele Frauen das Wissenschaftssystem auf dem Weg zur Professur. Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein Aspekt davon, die Unsicherheit in diesem Karriereweg ist ein weiterer. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Frauen in der Wissenschaft überproportional häufig Aufgaben in Verwaltung und Lehre übernehmen („Teaching load could put female scientists at career Disadvantage“ Nature, Trend Watch, April 13th 2017) und damit weniger Zeit für ihre eigentliche Forschungsarbeit haben.

Die aktuellen Zahlen zeigen aber auch, dass es stetig mehr Wissenschaftlerinnen gibt, die für die neue Fakultät gewonnen werden können. Da die Fakultät in der einmaligen Situation ist, die Mehrzahl ihrer Professuren neu zu berufen, könnte damit der aktuelle Anteil an Frauen in der Qualifikationsstufe Habilitation (oder Habilitationsäquivalent) abgebildet und ein höherer Frauenanteil als im Durchschnitt erreicht werden. Angestrebt ist daher ein Frauenanteil an den neu zu berufenden Professuren von 30-40%, das heißt 6 der insgesamt 16 Professuren würden mit Frauen besetzt werden.

Der Fakultätsrat hat folgende Maßnahmen zur Gleichstellung in der Fakultät für Gesundheitswissenschaften verabschiedet, um die Chancen, Frauen als Professorinnen für die ausgeschriebenen Stellen zu gewinnen, zu erhöhen:

  • Eine Professur wurde als W1 mit Tenure Track ausgeschrieben.
  • Es wurde ein Fragebogen entwickelt, der es den KandidatInnen ermöglicht, unabhängig von Kennzahlen ihre Qualifikationen darzulegen, sodass auch Aspekte wie Engagement in der Governance, in der Etablierung guter wissenschaftlicher Praxis, in Kooperationen, in der Lehre oder in der Wissenschaftskommunikation berücksichtigt werden können.
  • Die Stellen werden international ausgeschrieben, sodass geeignete Kandidatinnen auch aus anderen Ländern ihre Bewerbungen einreichen können.
  • Es werden auch aktive Rekrutierungsstrategien, gestützt durch das Berufungsmanagement der Trägerhochschulen, angewendet.
  • Während der Berufungsphase und danach ist eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Büros für Gleichstellung vorgesehen. An der UP ebenso wie an der BTU wurden bereits vielfältige Angebote z.B. zur  Vereinbarkeit von Beruf und Familie etabliert, um die Chancengleichheit in allen Verfahrensschritten zu gewährleisten.

Ferner hat die Fakultät Kontakt zu dem Netzwerk „G3 Arbeitsgemeinschaft für moderne Medizin“ (https://www.g3gesund.de) aufgenommen. Dieses Netzwerk möchte die Medizin für die unterschiedlichen Geschlechter, aber auch für die unterschiedlichen Lebensphasen anpassen. Medikamente, chirurgische Eingriffe, Therapieansätze etc. sind sehr unterschiedlich effektiv bei Kindern, jungen Erwachsenen oder älteren Menschen. Geschlecht und Ethnie spielen hier ebenso große Rollen. Bisher werden aber die meisten Verfahren oder Medikamente an männlichen Erwachsenen getestet. Die Fakultät möchte in der Entwicklung von Studiengängen und Forschungsprojekten mit diesem Netzwerk zusammenarbeiten und dessen Wissen und Kontakte nutzen.

Da sich die Fakultät noch im Aufbau befindet, gibt es derzeit keine dezentrale Gleichstellungsbeauftragte. Dieser Umstand wird sich mit der Einstellung neuer MitarbeiterInnen ändern. Die Fakultät wird voraussichtlich im Laufe des Jahres aus dem Kreis der neuen MitarbeiterInnen sowie den kooptierten WissenschaftlerInnen eine dezentrale Gleichstellungsbeauftragte wählen. Weitere Maßnahmen können dann geplant und umgesetzt, sowie in einem dezentralen Gleichstellungsplan gem. § 7 Abs. 3 BbgHG verankert werden.