Medizinische Ethik

Die Juniorprofessur für Medizinische Ethik mit Schwerpunkt auf Digitalisierung (Tenure Track) widmet sich ethischen Aspekten der Gesundheitswissenschaften und Medizin, vor dem Hintergrund des wachsenden Einsatzes von Digitaltechnologien, der Nutzbarmachung großer Datenmengen (“Big Data”) sowie der Automatisierung.

Die Digitalisierung bedingt eine anhaltende Transformation des Gesundheitswesens und hat weitreichenden Einfluss auf die Forschung, medizinische Praxis und die Gesundheitsversorgung. Damit verbinden sich vielfältige Potenziale, aber auch neue Herausforderungen. Die Professur untersucht ethische Fragestellungen im Zusammenhang mit diesen Entwicklungen; zusätzlich werden ethische Aspekte der Gentechnologie betrachtet.

Prof. Dr. Robert Ranisch
Prof. Dr. Robert Ranisch
Leitung der Juniorprofessur Medizinische Ethik
Tel.: +49 331 977 213841
Jennifer Ginder, B.A.
Jennifer Ginder, B.A.
Assistentin Dekanat, Prof. Ranisch, Prof. Müller
Tel.: +49 331 977 297214
Dr. rer. biol. hum. Corinna Klingler
Dr. rer. biol. hum. Corinna Klingler
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: +49 331 977 213842
Dr. med. Gustav Ferdinand Preller
Dr. med. Gustav Ferdinand Preller
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Tel.: +49 331 977 297214
Katharina Trettenbach
Katharina Trettenbach
Wissenschaftliche Hilfskraft
Aaron Jonathan Warnecke, B.A.
Aaron Jonathan Warnecke, B.A.
Wissenschaftliche Hilfskraft

Forschungsschwerpunkte

  • Digitalethische Fragen der Medizin und des Gesundheitswesens
  • Ethische, rechtliche und soziale Aspekte der Humangenetik
  • Klinische Ethikberatung
  • Forschungsethik
  • Ethische Dimensionen der Partizipation und Wissenschaftskommunikation

Digital Medical Ethics Network (DiMEN)

Angesichts neuer Chancen und Risiken durch die Digitalisierung der Medizin möchte DiMEN die Medizinethik mit verschiedenen Maßnahmen in Lehre, Forschung und Beratung stärken. Das Strukturprojekt ruht auf drei Säulen. 1) Der Entwicklung eines Curriculums zur digitalen Medizinethik u.a. für die Medizin- und Informatikausbildung; 2) dem Aufbau eines Forschungs-Hubs zur Grundlagenforschung, Vernetzung und Qualifizierung von Wissenschaftler*innen; sowie 3) der Erprobung und Einrichtung von digitalen Angeboten der Ethikberatung.
Förderung: VolkswagenStiftung
Laufzeit: 2022 – 2027
Kooperation: Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Eberhard Karls Universität Tübingen
Ansprechperson: Prof. Dr. Robert Ranisch 

Ethik der Partizipation in Gesundheitsforschung und Biopolitik (E-Part)

Das Symposium auf der Themenwoche „Wissenschaftsethik“ der VolkswagenStiftung beschäftigt sich mit der Frage nach einer Ethik der Partizipation in den Kontexten der Gesundheitsforschung sowie der Biopolitik. Dabei werden insbesondere die Anwendungsfelder Künstliche Intelligenz sowie die Humangenetik in den Blick genommen. Neben wissenschaftsethischer Grundlagenarbeit sollen im Rahmen der Veranstaltung konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt werden. Das Symposium findet vom 2. bis 4. November 2022 im Schloss Herrenhausen in Hannover statt.
Förderung: VolkswagenStiftung
Laufzeit: 2022 – 2023
Ansprechperson: Dr. Corinna Klingler / Prof. Dr. Robert Ranisch 

Ethische, rechtliche und soziale Aspekte der menschlichen zerebralen Organoiden und Governance (ELSA ZORG)

Hirnorganoide sind kleine, dreidimensionale, aus Stammzellen erzeugte Zellstrukturen, die Teilen des Gehirns ähneln. Sie bieten der Forschung einen einzigartigen Zugang zu menschlichem Hirngewebe, das insbesondere als Modell für die Untersuchung der Entwicklung und Erkrankungen des Gehirns genutzt wird. In einer Klausurwoche im Schloss Hohentübingen werden die ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte der Forschung und Anwendung von Hirnorganoiden exploriert. Unter Beteiligung von zehn internationalen Expert*innen und fünfzehn Nachwuchswissenschaftler*innen soll insbesondere die Fragen einer angemessenen Regulierung der Organoid-Forschung verhandelt werden.
Laufzeit: 2022 – 2023
Kooperation: Dr. Gardar Arnason (PI), Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Eberhard Karls Universität Tübingen
Ansprechperson: Prof. Dr. Robert Ranisch 

Symptom-Checker auf Basis künstlicher Intelligenz (Check.App)

Das Verbundprojekt Check-App untersucht ethische, rechtliche und soziale Aspekte der Digitalisierung der Medizin am Beispiel von Symptom-Checker-Apps (SCAs). Diese Anwendungen können die Diagnosefindung von Anwender*innen unterstützen und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen geben. Im Forschungsprojekt werden die Auswirkungen der Verwendung von SCAs auf individueller, organisatorischer und systemischer Ebene bewertet.
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Laufzeit: 2020-2023
Kooperation: Prof. Dr. Stefanie Joos (PI), Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeine und Interprofessionelle Versorgung; Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Eberhard Karls Universität Tübingen; Prof. Dr. Tanja Henking, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.
Weiterführende Informationen: https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/institute/ethik-und-geschichte-der-medizin/forschung/symptom-checker-apps-auf-basis-knstlicher-intelligenz
Ansprechperson: Prof. Dr. Robert Ranisch 

Foresight Genome Editing (ForGE)

Das Projekt ForesightGE ist Teil der Forschungsstelle „Ethik der Genom-Editierung“, welche die laufenden Entwicklungen von Technologien der Genom-Editierung untersucht und zukünftige Entwicklungen exploriert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse neuer Anwendungsfelder der Genom-Editierung und damit korrespondierenden ethischen Aspekten. Zudem sollen hiermit in Verbindung stehende regulatorische Fragen der Governance adressiert werden.
Förderung: Hans Gottschalk Stiftung  
Laufzeit: 2021 – 2024
Kooperation: Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Eberhard Karls Universität Tübingen
Ansprechperson: Prof. Dr. Robert Ranisch 

Forschungsstelle „Ethik der Genom-Editierung“ (EGE)

Die Forschungsstelle „Ethik der Genom-Editierung“ (EGE) untersucht ethische Fragen der Genom-Editierung in der Medizin. Sie dokumentiert als deutschlandweit einzigartige Einrichtung über einen längeren Zeitraum die technischen Entwicklungen in den Lebenswissenschaften sowie deren Verarbeitung und Vermittlung in der Öffentlichkeit. Das Ziel der EGE ist es ethische, rechtliche und soziale Herausforderungen der Genom-Editierung zu identifizieren, normative Fragen in institutionalisierter Form zu reflektieren und damit die wissenschaftliche Grundlage für einen transdisziplinären Dialog bereitzustellen.
Förderung: Dr. Kurt und Irmgard Meister Stiftung  
Laufzeit: Phase 1 (2017-2020); Phase 2 (2020-2022)
Kooperation: Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Eberhard Karls Universität Tübingen
Weiterführende Informationen: https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/institute/ethik-und-geschichte-der-medizin/forschung/forschungsstelle-ethik-der-genom-editierung-ege
Ansprechperson: Prof. Dr. Robert Ranisch 

Ausgewählte Publikationen der Juniorprofessur. Weitere Veröffentlichungen finden Sie auf den Webseiten des Teams.

Die Juniorprofessur für Medizinische Ethik mit Schwerpunkt auf Digitalisierung beteiligt sich am Aufbau der Lehre der Fakultät für Gesundheitswissenschaften in den Masterstudiengängen „Public Health, Exercise and Nutrition“ und „Versorgungsforschung“.

Zusätzlich beteiligt sich die Juniorprofessur für Medizinische Ethik am Lehrangebot des Hasso Plattner Instituts, der Humanwissenschaftlichen Fakultät sowie der Philosophischen Fakultät.

Neben Lehrangeboten aus der praktischen und medizinischen Ethik engagiert sich die Professur in der qualitativen Methodenlehre.

Gemeinsame Fakultät
Der Universität Potsdam, der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg