Forschungsprofil

Ein zentrales Ziel der Fakultät für Gesundheitswissenschaften ist die Vernetzung der Forscher des Landes. Dieses Ziel ist auch in die Identifizierung der Schwerpunkte und in die Erstellung des Forschungskonzepts eingegangen. Die Schwerpunkte der Fakultät spiegeln daher die Schwerpunkte wieder, die im Land aufgebaut wurden. Es wurden drei Forschungsbereiche identifiziert, in denen die Mitglieder der Fakultät tätig sind und in der Zukunft die wesentlichen Forschungsanstrengungen laufen werden. Unter dem Leitthema „Medizin und Gesundheit des Alterns“ ist der erste Bereich die Versorgung, Prävention und Rehabilitation. Der zweite Bereich sind Versorgungsforschung mit besonderem Schwerpunkt auf eHealth und der dritte sind die altersbedingten, zellulären Veränderungen.

Versorgung, Prävention und Rehabilitation

Dieses Feld umfasst sowohl Ansätze der anwendungsorientierten Grundlagenforschung als auch der translationalen Forschung und die Durchführung von Studien. Im Fokus liegen folgende, für eine alternde Bevölkerung besonders relevante Erkrankungen:

  • Herz/Kreislauf Erkrankungen
  • Psychische Erkrankungen
  • Infektionen
  • Störungen der Bewegung (musko-skelettales System)
  • Ernährungsbedingte Erkrankungen (Adipositas, Diabetes und deren Folgeerkranungen)

Gerade ältere Mitbürger leiden an mehr als einer Erkrankung, so dass mögliche Interaktionen in die Therapie mit einbezogen werden müssen. Welche Ansäte dabei besonders erfolgreich sind, muss mit interdisziplinären Teams erforscht werden. Dies ist eine Aufgabe, der die Fakultät besonderes Augenmerk schenkt.

Versorgungsforschung mit Schwerpunkt eHealth

Das Thema Digitalisierung im Gesundheitsbereich wird zwar seit Jahren diskutiert, aber in Deutschland sind bisher nur punktuell Modelstudien umgesetzt. Es fehlt immer noch eine Strategie, neue digitale Techniken sinnvoll auch in sogenannten metropolfernen Regionen einzusetzen. Hier besteht eine große Chance die Versorgung der Bevölkerung insbesondere in den ländlichen Regionen Brandenburgs (aber auch in anderen ähnlichen Regionen) effektiv zu verbessern. Daher arbeiten wir mit Hochdruck an Projektskizzen zur Digitalisierung von Krankenhäusern mit dem Anschluss der Versorger in der Peripherie. Dazu gehören folgende Forschungsbereiche:

  • Digitale Systeme
  • Internet of Things
  • Mobile Diagnostik
  • Gesundheitscloude
  • KI als Unterstützung der Diagnosestellung

Wichtigstes Ziel ist dabei eine Umsetzung zu realisieren, die die Bedürfnisse der Menschen trifft, sie im Prozess mitnimmt und eine spürbare Verbesserung bringt und langfristig von Solidarsystem getragen werden kann. Daher sind hier folgende Ansätze der Versorgungsforschung eingebettet:

  • Identifizierung der wesentlichen Prozesse in der Versorgung und daran anschließender Prüfung der Digitalisierbarkeit
  • Begleitende Studien zur Erfassung des Erfolgs und der Schwächen der neuen Versorgungskonzepte, Nachbesserung
  • Identifizierung von neuen Aufgabendelegationen in den Versorgungsberufen und damit neuen Ausbildungsanforderungen

Altersbedingte zelluläre Veränderungen

Die alternde Zelle ist seit Jahren Objekt der Forschung und es wurden einige Mechanismen identifiziert, die zu den beobachteten Veränderungen beitragen. Trotzdem besteht immer noch erheblicher Wissensbedarf zur Reaktion alternder Zellen und neue Felder der Forschung wie z.B. die Stammzellforschung oder die Epigenetik sind auf ihren Einfluss auf den Alterungsprozess erst wenig untersucht. Den meisten bisher bekannten Prozessen gemein ist ihr Einfluss auf die Expression von RNAs und damit auf die Ausstattung an Proteinen und deren Reaktionen. Alterungsprozesse wurden in allen Zelltypen des Körpers nachgewiesen und viele Prozesse wie veränderte Signalwege zeigen ein gemeinsames Bild in den verschiedenen Organen. Die Untersuchung dieser Prozesse kann also in den unterschiedlichsten Zell- und Gewebesystemen erfolgen, hat aber zum Ziel, gemeinsame und organspezifische Veränderungen zu identifizieren. 3D Zellmodelle aus verschiedenen Zelltypen, die die Bedingungen innerhalb der Organe im Körper besser simulieren, spielen dabei eine zentrale Rolle.

Zentrum für klinische Studien und Biomaterialien

Allen Forschungsschwerpunkten überlagert ist eine Notwendigkeit der Daten- und Probensammlungen in regionalen Registern oder Datenbanken. Die Errichtung der Fakultät für Gesundheitswissenschaften schafft die Möglichkeit, diese z.T. schon laufenden Bestrebungen im Land zu bündeln und damit der Forschergemeinde effektiver nutzbar zu machen. Dazu könnte eine zentrale Erfassung aller Datenbanken eine nach außen gut erkennbare Anlaufstelle darstellen, die auf der anderen Seite mit Beratungsangeboten etwa bei der Durchführung neuer Studien, der Antragstellung aber auch bei der Ausarbeitung von Einwilligungserklärungen eine strukturelle Unterstützung der einzelnen Einrichtungen darstellen könnte. Ein solches Zentrum für klinische Studien und Biomaterialien könnte eine wesentliche Grundlage für zukünftige Forschungsprojekte im Land sein.