Dawid Pieper und Robert Prill als internationale Fellows ausgezeichnet

Freitag, 16.10.2026
Porträt von Dawid Pieper während eines Vortrags

Prof. Dr. Dawid Pieper (Fakultät für Gesundheitswissenschaften) und Dr. Robert Prill von der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) sind vom internationalen Evidence-Based Research Network (EBRNetwork) zu „Fellows of Evidence-Based Research (FEBR)“ ernannt worden. Die Auszeichnung würdigt das langjährige Engagement der beiden Wissenschaftler für eine Forschung, die systematisch auf vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbaut. Die Vergabe …

Prof. Dr. Dawid Pieper (Fakultät für Gesundheitswissenschaften) und Dr. Robert Prill von der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) sind vom internationalen Evidence-Based Research Network (EBRNetwork) zu „Fellows of Evidence-Based Research (FEBR)“ ernannt worden. Die Auszeichnung würdigt das langjährige Engagement der beiden Wissenschaftler für eine Forschung, die systematisch auf vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbaut. Die Vergabe des Fellowship-Status an bestehende Mitglieder des Netzwerks wurde am 13. Oktober 2026 im Rahmen der 6. internationalen Evidence-Based Research Conference bekannt gegeben. Beide Forschende waren auf Empfehlung internationaler Kollegen nominiert worden.

Evidence-Based Research (EBR) verfolgt das Ziel, neue Forschungsvorhaben systematisch auf bereits vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen aufzubauen. Vor Beginn einer Studie soll geprüft werden, welche Fragen bereits beantwortet sind und wo tatsächlich weiterer Forschungsbedarf besteht. So lassen sich unnötige Doppelarbeit vermeiden, Forschungsressourcen gezielter einsetzen und die Relevanz neuer Studien verbessern.

Prof. Dr. Dawid Pieper beschäftigt sich insbesondere mit der Methodik und Qualität systematischer Übersichtsarbeiten sowie der Vermeidung unnötiger Redundanz in der Forschung. Er war an der europäischen COST-Initiative EVBRES beteiligt – einem EU-geförderten Netzwerk zur Etablierung evidenzbasierter Forschung in Europa – und engagiert sich in internationalen Forschungsnetzwerken sowie für die Weiterentwicklung wissenschaftlicher und redaktioneller Standards. An der MHB ist er Professor für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung sowie Leiter des Instituts für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung. Darüber hinaus ist er Co-Direktor des JBI Centre of Evidence-Based Practice Germany. Ein besonderes Anliegen ist ihm, die Prinzipien evidenzbasierter Forschung auch in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu verankern.

Im Rahmen der 6. internationalen Evidence-Based Research Conference hielt Pieper einen Vortrag zum Thema „Umgang mit unnötigen Redundanzen in systematischen Übersichtsarbeiten: Eine Übersicht über mögliche Lösungsansätze“. Auch Dr. Hengameh Goodarzi, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung der MHB, war mit einem Vortrag vertreten. Sie stellte eine Metaforschungsstudie zur Einbindung systematischer Übersichtsarbeiten oder Metaanalysen in die Berichterstattung über randomisierte controlled trials (RCTs) vor.

„Evidence-Based Research bedeutet für mich, dass wir vor Beginn neuer Forschung zunächst systematisch prüfen, was bereits bekannt ist und welche Fragen tatsächlich noch offen sind. So können wir unnötige Doppelarbeit vermeiden und Forschungsressourcen sinnvoller einsetzen. Das bedeutet aber auch, dass manche Ideen, die man hat, verworfen oder aber adaptiert werden müssen. Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, weil sie auch zeigt, dass dieses Anliegen international zunehmend Aufmerksamkeit erhält“, sagt Pieper.

Das EBRNetwork ist ein internationales wissenschaftliches Netzwerk, das sich dafür einsetzt, vorhandene Forschung systematisch und transparent bei der Planung, Durchführung und Einordnung neuer Studien zu berücksichtigen. Mit ihrem Engagement tragen Pieper und Prill dazu bei, evidenzbasierte Forschung als grundlegendes Prinzip wissenschaftlicher Praxis zu stärken.

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