David-Sackett-Preis 2026 für Arbeiten zur Evidenz von KI im Gesundheitswesen

Für ihre Forschung zu Nutzen, Risiken und Grenzen von KI in Medizin und Gesundheitsinformation werden Christoph Wilhelm und Dr. Felix G. Rebitschek mit dem David-Sackett-Preis 2026 ausgezeichnet.
Gemeinsame Medieninformation der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Potsdam, der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, 29.06.2026
Wann verbessert Künstliche Intelligenz die Gesundheitsversorgung – und wann nicht? Für ihre Forschung zu Nutzen, Risiken und Grenzen von KI in Medizin und Gesundheitsinformation werden Christoph Wilhelm und Dr. Felix G. Rebitschek mit dem David-Sackett-Preis 2026 ausgezeichnet.
Christoph Wilhelm und Dr. Felix G. Rebitschek vom Harding-Zentrum für Risikokompetenz das zur Fakultät für Gesundheitswissenschaften, einer gemeinsamen Fakultät der Universität Potsdam, der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, erhalten den David-Sackett-Preis 2026 des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk) für ihr Forschungsprogramm „Patientenrelevante Nutzen und Schäden KI-basierter Entscheidungsunterstützung und evidenzbasierter Gesundheitsinformation“. Ihre Arbeiten zeigen, wann Künstliche Intelligenz zur Unterstützung von Fachkräften im Gesundheitswesen die Versorgung von Patientinnen und Patienten verbessert – und wann die Evidenz dafür bislang nicht ausreicht.
Die Arbeiten leisten einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Bewertung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin. Im Mittelpunkt steht nicht die technische Leistungsfähigkeit von KI-Systemen. Untersucht wird vielmehr, ob diese für Patientinnen und Patienten einen tatsächlichen Nutzen bringen, Schäden vermeiden und informierte Entscheidungen unterstützen.
„Künstliche Intelligenz wird im Regelfall primär nach ihrer technischen Leistungsfähigkeit bewertet – nach der Akkuratesse ihrer Empfehlungen. Entscheidend ist jedoch, ob der KI-Einsatz Menschen nachweislich mehr Nutzen bringt als die bisherige Praxis ohne eine solche KI-Unterstützung. Unsere Arbeiten zeigen, dass genau diese Fragen bislang noch zu selten im Mittelpunkt der Forschung stehen“, sagt Felix G. Rebitschek.
KI verändert medizinische Entscheidungsprozesse in rasantem Tempo. KI-basierte Entscheidungssysteme gewinnen in der Gesundheitsversorgung an Bedeutung, ebenso wie generative Sprachmodelle bei der Bereitstellung von Gesundheitsinformationen. In der öffentlichen Debatte stehen dabei häufig Innovationskraft, Geschwindigkeit und technische Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Aus Sicht der evidenzbasierten Medizin ist jedoch entscheidend, ob solche Systeme patientenrelevanten Nutzen bringen, Schäden vermeiden und informierte Entscheidungen verbessern. Ist das Gegenstand der medizinischen Forschung? Das ausgezeichnete Forschungsprogramm greift diese Fragestellung auf. In ihren Arbeiten untersuchen Christoph Wilhelm und Felix G. Rebitschek gemeinsam mit weiteren Autorinnen und Autoren, ob und unter welchen Bedingungen KI-basierte Entscheidungsunterstützung und generative Sprachmodelle den Anforderungen evidenzbasierter Medizin gerecht werden.
Mit der Auszeichnung würdigt das EbM-Netzwerk Forschungsarbeiten, die wichtige Maßstäbe für die Bewertung von KI im Gesundheitswesen setzen. Die Preisverleihung findet im Rahmen der kommenden Jahrestagung statt. Diese wird vom 30. September bis 2. Oktober 2026 gemeinsam mit drei weiteren Fachgesellschaften in Göttingen ausgerichtet: der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) sowie der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS).
